Adaptive Pathogenitäts-Strategien

Emmy Noether-Nachwuchsgruppe

Das Immunsystem verfügt über effektive Strategien, um mit potentiell schädlichen, invasiven Mikroorganismen zurechtzukommen. Auf der anderen Seite haben Krankheitserreger Mechanismen entwickelt, um gegen die Angriffe des Immunsystems zu bestehen. Bestimmte Hefen der Gattung Candida sind normalerweise harmlose Mitglieder der menschlichen Mikrobiota, doch unter bestimmten Bedingungen können sie zu opportunistischen Krankheitserregern werden, die das Potential haben sowohl oberflächliche als auch tödliche Infektionen auszulösen. Dabei ermöglicht das kommensale Zusammenleben mit dem menschlichen Wirt dem Pilz durch ständige Ko-Existenz und  Koevolution die Entwicklung von Anpassungsstrategien, die im Fall einer Infektion von Bedeutung sein können.

Während des Kommensalismus ist die Konkurrenz mit der größtenteils bakteriellen Mikrobiota wahrcheinlich die größte Herausforderung für mit dem Menschen assoziierte Candida Arten.  Während einer Infektion ist hingegen das Immunsystem die größte Bedrohung für den Pilz. Daher benötigt der Pilz Strategien, um einer Immunantwort entgegen zu wirken oder den Immunzellen zu entkommen. Eine dauerhafte Anwendung solcher Pathogenitätsstrategien während der kommensalen Lebensweise wäre jedoch unsinnig oder gar kontraproduktiv. Eine adaptive Regulation ist daher essentiell, um Pathogenitätsstrategien nur dann einzusetzen, wenn sie erforderlich sind. Wir untersuchen, wie solche Anpassungen durch Wirtsbedingungen (wie zum Beispiel eine erhöhte Temperatur des Wirts bei einer Infektion) und/oder Wirtsmoleküle ausgelöst werden können. Insbesondere interessieren wir uns für die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen, welche diese Anpassungen induzieren, und die Proteine, welche durch den Pilz wahrgenommen werden.

Diese Forschungsgruppe wird durch das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) (Projektnummer 434385622 / GR 5617/1-1) sowie einem ESCMID Forschungsstipendium 2019 gefördert.

Die Emmy Noether-Gruppe arbeitet in Projekten bezüglich auf Immunotherapie und Interaktionen mit der Mikrobiota eng zusammen mit der Abteilung Mikrobielle Pathogenitätsmechanismen.