Pilze als Feind und Freund: Die Bekämpfung und Nutzung von Fusarien als Naturstoffproduzenten (FUSION)

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Filamentöse Pilze der Gattung Fusarium sind eine der wenigen trans-kingdom Pathogene. Sie führen zu Ernteeinbußen als Pflanzenerreger und können beim Menschen schwerwiegende oberflächliche und lebensbedrohliche invasive Erkrankungen hervorrufen. Die Therapie der Infektionen ist stark erschwert, da Fusarien eine hohe intrinsische Resistenz gegenüber klinisch genutzten Antimykotika aufweisen. Fusarien sind weit verbreitet in der Umwelt und als notorische Pflanzenpathogene und Mykotoxinproduzenten bekannt. Aufgrund der hohen Zahl und Diversität der von ihnen produzierten Naturstoffe stellen sie ebenso eine reiche und bisher unausgeschöpfte Quelle für neue Wirkstoffe dar, die z. B. als Antibiotika oder Antimykotika Anwendung finden könnten.

Das Ziel des Projekts FUSION ist es, sowohl das Potenzial der Fusarium-Naturstoffe, als auch neue Strategien zur Bekämpfung von Fusarium spp. effizient zu erschließen. Hierfür bietet die modulare Technologie-Plattform JenXplor am Leibniz-HKI eine vollautomatisierte Infrastruktur für biologische Laborprozesse. Diese wurde durch die Nachwuchsgruppe Robotikgestützte Entdeckung von Antiinfektiva unter der Leitung von Luzia Gyr etabliert. Zur gezielten Produktion aktiver Naturstoffe werden insbesondere die Genomsequenzen klinischer Fusarium-Isolate der von Slavica Janevska geleiteten Nachwuchsgruppe (Epi-)Genetische-Regulation Pilzlicher Virulenz genutzt. Die Arbeit von FUSION knüpft direkt an die Förderung der Thüringer Forschungsgruppen RoboThür und FusInfect an.

In der neuen Forschungsgruppe werden die Expertisen und Methoden beider Gruppen für ein gemeinsames Forschungsvorhaben zusammengeführt. Es wird vom Freistaat Thüringen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) finanziert.

Förderung