Genetische Suszeptibilität für Infektionen

Genetic susceptibility to infections. Genetic variations in the human Factor H gene cluster on human chromosome 1q32 results in increased risk for infections.
Genetic susceptibility to infections. Genetic variations in the human Factor H gene cluster on human chromosome 1q32 results in increased risk for infections.

Komplement ist ein zentrales Element der Immunhomöostase des menschlichen Organismus. Dieses zentrale Kaskadensystem dient zum einen der Erkennung und effizienten Abwehr von Infektionserregern und zum anderen der nicht inflammatorischen Entfernung von veränderten Zellen und Debris des menschlichen Organismus. Eine gerichtet effiziente Aktivierung der Komplementkaskade ist auf der Oberfläche von Infektionserregern gewünscht, da so diese fremden Erreger geschädigt und eliminiert werden. Gleichzeitig müssen körpereigene Zellen und Gewebe vor diesen schädigenden Effekten geschützt werden. Die angeborene, ‚innate‘ Immunität, wie das Komplementsystem ist vor allem in der frühen Phase des Lebens, wenn das adaptive Immunsystem noch ausgebildet wird, für den Immunschutz verantwortlich. Bereits Veränderungen von einzelnen Komponenten in Form von Mutationen, Genpolymorphismen, Veränderungen in der Genkopienzahl und chromosomale Umordnungen verändern die Balance dieses zentralen evolutionär hoch konservierten und seit über 1 Billion Jahre existierenden Kaskadensystems. Die in der Jugend somit schützenden Effekte können sich im Alter zu einem Risiko entwickeln und eine genetische Disposition zur Ausbildung von verschiedenen Autoimmunerkrankungen führen. Ziel der Arbeiten ist es die Rolle von einzelnen krankheits- und infektionsassoziierten Genpolymorphismen im Rahmen der Infektion, bei der Immunevasion von pathogenen Erregern und bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen zu untersuchen und zu verstehen.

Mitarbeiter*innen

Ina Löschmann
Christine Skerka