Tissue damage control

Sepsis beschreibt den schwersten Verlauf einer Infektionserkrankung und ist definiert als eine Kombination aus Infektion mit einhergehender Organdysfunktion. Dabei korreliert das Ausmaß von Gewebedysfunktion und -schädigung direkt mit dem Schweregrad der Sepsis. Die zellulären und molekularen Mechanismen, die das Fortschreiten der Krankheit von einer leichten, selbstlimitierenden Infektion bis zur Entwicklung eines Multiorganversagens treiben bzw. dieses verhindern, sind noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahre deuten darauf hin, dass eine unzureichende Adaptation des Gewebsstoffwechsels, insbesondere des Energiehaushalts dem septischen Organversagen zugrunde liegt. Der individuelle Krankheitsverlauf der Sepsis hängt daher von der intrinsischen Fähigkeit des Wirtsorganismus abhängt, die Gewebehomöostase und -integrität zu erhalten. Zugrundeliegende Mechanismen, die eine energetische Anpassung des Stoffwechsels und die Wiederherstellung der metabolischen Homöostase in Geweben regulieren sind noch weitgehend unbekannt. Die Arbeiten in und das Interesse an diesem Feld basieren auf der Beobachtung, die zusammen mit Miguel Soares am Instituto Gulbenkian de Ciência gemacht wurde, dass eine angemessene metabolische Adaptation in der Sepsis zu einer Aufrechterhaltung des Glukosestoffwechsels führt und Krankheitstoleranz bei bakteriellen Infektionen ermöglicht.

Regulationsmechanismen, die das Überleben in der Sepsis verbessern, werden von mehreren Mitgliedern der Gruppe mit verschiedenen Ansätzen und in vitro- sowie in vivo-Infektionsmodellen untersucht. Die Gruppe führt auch die erste Klinische Studie mit einem Disease Tolerance Ansatz bei Sepsispatienten (EPOS-1) durch. Weitere Informationen hierzu sind unter Klinische Studien zu finden.

Fünf wichtigste Publikationen

Soares MP, Gozzelino R, Weis S (2014) Tissue damage control in disease tolerance. Trends Immunol 35(10), 483-94.

Weis S, Weis S, Carlos AR, Moita MR, Singh S, Blankenhaus B, Cardoso S, Larsen R, Rebelo S, Schäuble S, Del Barrio L, Mithieux G, Rajas F, Lindig S, Bauer M, Soares MP (2017) Metabolic adaptation establishes disease tolerance to sepsis. Cell 169(7), 1263-75 e14.

Weis S, Rubio I, Ludwig K, Weigel C, Jentho E (2017) Hormesis and Defense of Infectious Disease. Int J Mol Sci 18(6).

Vandewalle J, Timmermans S, Paakinaho V, Vancraeynest L, Dewyse L, Vanderhaeghen T, Wallaeys C, Van Wyngene L, Van Looveren K, Nuyttens L, Eggermont M, Dewaele S, Velho TR, Moita LF, Weis S, Sponholz C, van Grunsven LA, Dewerchin M, Carmeliet P, De Bosscher K, Van de Voorde J, Palvimo JJ, Libert C (2021) Combined glucocorticoid resistance and hyperlactatemia contributes to lethal shock in sepsis. Cell Metab 33(9), 1763-76 e5.

Colaço HG, Barros A, Neves-Costa A, Seixas E, Pedroso D, Velho T, Willmann KL, Faisca P, Grabmann G, Yi HS, Shong M, Benes V, Weis S, Köcher T, Moita LF (2021) Tetracycline antibiotics induce host-dependent disease tolerance to infection. Immunity 54(1), 53-67 e7.

Mitarbeiter*innen

Joel Guerra
Johannes Roth
Max Schubert
Wolfgang Vivas