Leibniz-Forschungsverbünde (LFV) bearbeiten aktuelle wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Fragestellungen inter- und transdisziplinär.

Die Forschungsverbünde sind mit einer Perspektive von fünf bis fünfzehn Jahren angelegt und offen für die Zusammenarbeit mit Universitäten, anderen außeruniversitären Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen sowie ausländischen Forschungsgruppen.

Das HKI arbeitet entsprechend seiner wissenschaftlichen Ausrichtung in drei Leibniz-Forschungsverbünden mit.

Infections’21

Der Leibniz-Forschungsverbund INFECTIONS’21 vereint die Expertise von 14 Instituten aus drei Sektionen der Leibniz-Gemeinschaft und ausgewählter externer Partner, um übergreifende Aspekte der Infektionsbekämpfung zu bearbeiten. Die Bandbreite der beteiligten Disziplinen reicht von der Biomedizin, Ökologie und Sozioökonomie bis hin zu den Politikwissenschaften. INFECTIONS’21 pflegt eine Kultur der interdisziplinären Kommunikation über die Fächergrenzen hinweg und entwickelt ein Set an Technologien und Methoden, die einen holistischen Blick auf die Verbreitung von Infektionserregern erlauben, zu dem alle beteiligten Disziplinen einen Beitrag leisten. Die am Leibniz-Forschungsverbund beteiligten Disziplinen werden Synergien entfalten um alle Facetten der Erregerverbreitung als essentielle Stufe im Infektionsprozess und erfolgversprechenden Zugang zu einer effektiven Infektionseindämmung zu studieren. Hierzu identifizierte INFECTIONS'21 vier prototypische kooperative Forschungsprojekte, die durch Interdisziplinäre Forschungsgruppen bearbeitet werden:

  1. Anreiz zur Verminderung der Übertragung von HIV und Mycobacterium tuberculosis in Randgruppen,
  2. Einfluss von Umweltbedingungen auf die Verbreitung infektiöser Aerosole,
  3. Wasserflächen als Reservoir für die interspezifische Verbreitung von Infektionen
  4. Klimawandel-assoziiertes Auftraten neuer Infektionen in Deutschland.

Die Interdisziplinären Forschungsgruppen kombinieren in einem wahrhaft transsektoralen Ansatz zahlreiche wissenschaftliche Methoden bis hin zur Einbeziehung der Öffentlichkeit durch verschiedene Veranstaltungsformate.

Ziele von INFECTIONS’21 sind die Entwicklung von Frühwarnsystemen für neu aufkommende Erreger, ein optimiertes Management von Ausbrüchen, eine verbesserte Eindämmung der Erreger durch erhöhte Compliance und innovative politische Maßnahmen. Der bewährte Leibniz-Weg einer transdisziplinären Herangehensweise an die Lösung von Problemen wird – unterstützt durch zahlreiche flankierende Drittmittelvorhaben – einen deutlichen Einfluss auf eine verbesserte menschliche Gesundheit und die Entwicklung des Gemeinwesens haben.

Leibniz Gesundheitstechnologien: Prävention, Diagnose, Therapie

Eine hochwertige und bezahlbare medizinische Versorgung ist, auch vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung, eine wichtige Herausforderung für unsere Gesellschaft und steht im Fokus des Leibniz-Forschungsverbunds "Leibniz Gesundheitstechnologien: Prävention, Diagnose, Therapie".

Innovative und schonende Verfahren sollen dabei helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, die Wirkung von Therapien genauer zu kontrollieren und besser an den einzelnen Patienten anzupassen. So können Belastungen für Erkrankte vermieden und Behandlungen verbessert werden. Methoden der Telemedizin spielen hier ebenso eine Rolle wie die Entwicklung von mobil einsetzbaren Schnelltests oder verbesserten bildgebenden Untersuchungsmethoden. Dabei arbeiten Mediziner, Naturwissenschaftler und Ingenieure intensiv zusammen, um sicherzustellen, dass die technische Lösung dem medizinischen Problem gerecht wird. Gesellschaftswissenschaftler erforschen Fragen der Marktfähigkeit und der gesellschaftlichen Akzeptanz der entwickelten Produkte.

LFV Wirkstoffe und Biotechnologie

Medizinischer Fortschritt, die Sicherung landwirtschaftlicher Produktion und eine moderne gesunde Ernährung und Körperpflege sind ohne die Entwicklung von Wirkstoffen nicht vorstellbar.

Wirkstoffe sind Moleküle, die eine definierte physiologische Veränderung in Zielorganismen bewirken. Viele Wirkstoffe haben ihren Ursprung in der Natur und werden durch biotechnologische und/oder chemische Verfahren für ihre Anwendung optimiert. Die bekanntesten Wirkstoffe sind die aktiven Bestandteile von Arzneimitteln, z.B. Acetylsalicylsäure in Aspirin-Tabletten oder Taxol in Krebsmedikamenten. Aber Wirkstoffe mit hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz finden sich auch im Pflanzenschutz zur Erntesicherung, in Nahrungsmitteln, etwa als Geschmacksstoffe oder Substanzen mit (vorbeugenden) Gesundheitseffekten sowie in Kosmetika (etwa Wirkstoffe gegen Hautprobleme).

Die sich gegenwärtig schnell wandelnde, wachsende und alternde Gesellschaft fordert eine kontinuierliche Reaktion auf neue Herausforderungen. Zudem nehmen die Anforderungen an moderne Wirkstoffe bezüglich Wirksamkeit, Neuheit und Sicherheit immer weiter zu, wozu eine entsprechende toxikologische Wissensbasis für eine kompetente Risikofolgenabschätzung gebraucht wird.

Der Verbund „Wirkstoffe und Biotechnologie" bündelt mit 17 beteiligten Leibniz-Instituten die innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft breit angelegte Forschung an und zu Molekülen mit biologischer Wirkung.