Gemeinsam gegen Pilzinfektionen
Erstes Symposium zu antifungalen Wirkstoffen am Leibniz-HKI bringt Industrie und Wissenschaft zusammen
| von Kerstin Breuer
Pilzinfektionen stellen weltweit eine zunehmende und oft lebensbedrohliche Gefahr für die Gesundheit dar. Die Sterblichkeit ist insbesondere bei schwer erkrankten oder immungeschwächten Patient*innen hoch – auch weil die therapeutischen Optionen gegen Pilzinfektionen bislang begrenzt sind. Neue Wirkstoffe und Strategien sind daher dringend erforderlich. Doch wie gelingt der Schritt von der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung? Und wie können Wissenschaft und Industrie gemeinsam dazu beitragen, neue Therapien zu entwickeln? Mit dem Ziel, diesen Austausch zu fördern, veranstaltete das Leibniz-HKI am 3. Februar 2026 das Symposium „Innovations in Antifungal Drug Development – An Industry-Academia Dialogue“. Die Vorträge und Diskussionen setzten neue Impulse für die Forschung an krankheitserregenden Pilzen und öffneten zugleich den Weg für künftige Kooperationen zwischen akademischer Forschung und Industrie.
Das Symposium stand ganz im Zeichen des Leitgedankens der Leibniz-Gemeinschaft „Theoria cum praxi“, der Verbindung von Theorie und Praxis. Entsprechend vereinte das Programm Vorträge von Forschenden des Leibniz-HKI sowie Vertreter*innen etablierter Pharmaunternehmen, eines Start-ups und der pharmazeutischen Beratung. Neben den Fachbeiträgen blieb ausreichend Raum für die Teilnehmenden, um miteinander ins Gespräch zu kommen und über Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze in der modernen Wirkstoffentwicklung zu diskutieren. Die Vielfalt der Beiträge spiegelte dabei die enge Vernetzung des Leibniz-HKI mit Partnern aus der Anwendung wider. So verfügt das Institut als Gründungspartner von INCATE (dem INCubator für Antibakterielle Therapien in Europa) über ein wachsendes Netzwerk in Industrie und Start-up-Szene.
„Der Austausch mit der Industrie ist ein wichtiger Bestandteil translationaler Forschung“, betonte der Direktor des Leibniz-HKI, Axel Brakhage, der durch das Symposium führte. „Wissenschaft und Industrie bringen unterschiedliche, sich ergänzende Expertisen ein und genau dieses Zusammenspiel ist entscheidend, um neue Strategien gegen lebensbedrohliche Pilzinfektionen nachhaltig voranzubringen.“ Auch aus Sicht der Industrie wurde dieser Dialog als großer Mehrwert wahrgenommen. Mohammed Benghezal von der Firma Basilea Pharmaceutica unterstrich: „Innovative antifungale Therapien entstehen dort, wo akademische Exzellenz und industrielle Erfahrung zusammenkommen. Der offene Austausch auf diesem Symposium war dafür eine hervorragende Grundlage.“
Mit dem ersten Symposium zu antifungalen Wirkstoffen hat das Leibniz-HKI ein Dialog-Format geschaffen, von dem beide Seiten profitieren: Während die Wissenschaft wertvolle Einblicke in industrielle Entwicklungsprozesse gewinnt, können aktuelle Forschungsergebnisse frühzeitig in die Praxis einfließen. Die positive Resonanz der Teilnehmenden zeigte, wie groß der Bedarf an solchen Formaten ist und dass der enge Austausch zwischen Forschung und Industrie eine echte Win-win-Situation für die Entwicklung neuer Therapien gegen Pilzinfektionen darstellt.