Lebensretter Fungoglobin

Falk Hillmann gewinnt Posterpreis auf der größten Europäischen Konferenz für Pilzforscher

Gewann einen Posterpreis auf der European Conference on Fungal Genetics: Falk Hillmann (Foto: Tina Kunath)
Gewann einen Posterpreis auf der European Conference on Fungal Genetics: Falk Hillmann (Foto: Tina Kunath)

Wieso geraten Pottwale nicht in Atemnot, wenn sie eine Stunde lang unter Wasser tauchen? Das Geheimnis liegt im Blut: Das Eiweiß Hämoglobin sorgt dafür, dass Sauerstoff im Blut gebunden und transportiert wird. Auch Pilze nutzen ein solches Eiweiß, um im sauerstoffarmen Erdboden zu überleben – das sogenannte Fungoglobin. Falk Hillmann hat es entdeckt und bei der „European Conference on Fungal Genetics“ in Sevilla vorgestellt.

Wer unter der Erdoberfläche lebt, muss damit rechnen, dass der Sauerstoff knapp werden kann. Trotzdem fühlen sich Lebewesen wie der Schimmelpilz Aspergillus fumigatus genau dort heimisch. Falk Hillmann und seine Kollegen vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI) wollten herausfinden, wieso der Pilz auch unter den widrigsten Bedingungen überleben kann. Sie entzogen Aspergillus fumigatus den Sauerstoff und überprüften dann, welche seiner Gene dabei „angeschaltet“ werden. Das auffälligste Gen darunter codiert ein Eiweiß, das die Wissenschaftler als Fungoglobin bezeichneten. Vergleichbar mit dem Hämoglobin im menschlichen Blut bindet es Sauerstoff und hält so den Pilz am Leben.

Falk Hillmanns Forschung könnte vor allem für die industrielle Fertigung von Produkten wie Zitronensäure, Sojasauce oder Antibiotika interessant sein, weil diese durch die Fermentation von Pilzen entstehen. Denn was die Produktion so teuer macht, ist oftmals die Energie verschlingende Begasung der Kulturen mit Sauerstoff. Gelingt es den Forschern die Eigenschaften des Fungoglobins gezielt zu verändern, wäre weniger Sauerstoff nötig und damit eine höhere Produktausbeute denkbar.

Mit seinem wissenschaftlichen Poster konnte Falk Hillmann auf der “European Conference on Fungal Genetics” aus rund 500 anderen Postern herausstechen. Auf dem Poster stellt er seine aktuelle Forschung vor und gibt so – vergleichbar mit einem wissenschaftlichen Vortrag – einen kurzen Einblick in das Themengebiet. Im nächsten Schritt möchte Falk Hillmann mit Kollegen der Technischen Universität München die genaue Struktur des Fungoglobins aufklären, um es bald gezielt nutzen zu können.