Naturstoffe aus prähistorischen Mikrobiomen

Die zunehmende Verbreitung sowohl bekannter als auch neuer Krankheitserreger stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschheit dar. Besonders besorgniserregend ist die dramatische Zunahme an multiresistenten Keimen, gegen die in manchen Fällen kein einziges der heute verfügbaren Antibiotika mehr wirkt. Die WHO spricht von einer sich anbahnenden Katastrophe. Mit herkömmlichen Methoden wurden in den letzten Jahren kaum neue, klinisch anwendbare Antiinfektiva entdeckt. Demzufolge hat die Industrie weitgehend die Antibiotika-Entwicklung eingestellt. Eine der zentralen Herausforderungen des globalen Gesundheitswesens ist deshalb, vollständig neue Strategien zu etablieren, um bisher unbekannte Wirkstoffe aus neuen Substanzklassen mit grundsätzlich neuen Wirkmechanismen zu finden. Dies ist erforderlich, um insbesondere die von der WHO priorisierten Problemkeime und multiresistenten Erreger effektiv zu bekämpfen.

In dem hier vorgestellten Konzept wollen wir bislang vollkommen unerforschte Quellen der mikrobiologischen Diversität erschließen. Wir erstrecken dabei unsere Suche nach neuen Molekülen nicht nur auf die räumliche Dimension in der Gegenwart, sondern widmen uns intensiv der zeitlichen Dimension. Durch Analyse der genetischen Information in prähistorischen Materialien studieren wir den evolutionären Aspekt von Naturstoff-Synthesen und gelangen zu Wirkstoffen, die in der Natur bereits verloren gegangen sind. Hierzu werden wir modernste Technologien der Genomanalyse sowie der Identifizierung und Isolierung mikrobieller Naturstoffe anwenden.

Die Abteilung Paläobiotechnologie wird von der Werner Siemens-Stiftung gefördert.

Weitere Informationen auf: www.stallforth-lab.de