Schwere Wunden als Candida-Infektionsmodell

Traumatisch-bedingte Wunden sind sehr anfällig für eine Besiedlung durch opportunistische Keime und Infektionen durch Bakterien und Pilze. Candida spp. werden häufig aus Wunden mit Einzel- und Mischinfektionen isoliert. Typischerweise stehen Patienten mit Verbrennungswunden oder schweren Wunden aufgrund von chirurgischen Eingriffen oder Unfällen im Krankenhaus unter ständiger Beobachtung. Dennoch sind in bestimmten Fällen aufgrund von antimikrobiellen Resistenzen, einer verspäteten Therapie oder eines beeinträchtigten Immunstatus‘ des Patienten diese Infektionen schwer zu behandeln und resultieren in eine Sepsis. Systemische Candidosen in Folge von Verbrennungswunden haben eine relativ hohe Mortalitätsrate (bis zu 70%) (Uppuluri et al., PLoS Pathog 2010). Bisher ist noch wenig bekannt über diesen Prozess (D’Enfert, Curr Drug Targets 2006). Ein saurer pH-Wert ist eine wichtige Voraussetzung für eine normale Wundheilung. Metabolite, die von der Mikroflora oder vom Wirt selbst produziert werden, können den pH-Wert verändern.

Deshalb ist es notwendig zu untersuchen, ob C. albicans durch pH-Wert-Modulation sein eigenes infektiöses Potenzial und das assoziierter Spezies erhöhen kann. Dieses sehr innovative Projekt wird in enger Kooperation mit Prof. Huebinger der UT Southwestern, USA – einem ausgewiesenem Experten für dieses Infektionsmodell – und anderen Partner mit Expertise im Bereich schwere Weichteilinfektionen durchgeführt.