Tierversuche am HKI

Am HKI werden Mäuse als Versuchstiere eingesetzt

Warum wir Tierversuche durchführen

Ein genaues Verständnis von Infektionsprozessen von der molekularen bis hin zur organismischen Ebene ist erforderlich, um die Diagnose und Therapie von Infektionen zu verbessern. Am HKI widmen wir uns speziell den Pilzinfektionen, die vor allem für immungeschwächte Menschen lebensbedrohlich verlaufen können. Wir studieren sowohl die isolierten Erreger als auch deren Interaktion mit menschlichen Zellen und Geweben. Um festzustellen, wie sich ein Erreger im Wirtsorganismus ansiedelt und verbreitet, welche Organe er befällt und wie das Immunsystem darauf reagiert, führen wir auch Tierversuche durch. Anhand von Tierstudien prüfen wir außerdem die Toxizität und therapeutische Wirksamkeit neu gefundener Antiinfektiva. Für diese Untersuchungen von Infektionen und Antiinfektiva haben wir verschiedene Maus-Infektionsmodelle etabliert. Dabei steht der Tierversuch stets am Ende einer langen Reihe von tierfreien Versuchen.

Wie wir Tierversuche durchführen

Wir beziehen die Tiere von renommierten und zertifizierten Einrichtungen. Die Haltung der Tiere und die Versuche selbst finden in eigens dafür eingerichteten Sicherheitslabors statt, in denen besonderer Wert auf das Wohlergehen der Tiere und die Minimierung von Leid gelegt wird. Forschende dürfen Versuche nur durchführen, wenn sie von der Ethikkommission geprüft und der zuständigen Behörde genehmigt wurden. Bei der Planung und Durchführung der Versuche achten wir stets darauf, mit dem geringstmöglichen Einsatz von Tieren und unter der weitgehenden Vermeidung von Leiden, den größtmöglichen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn zu realisieren.  Hierfür haben wir eine strenge interne Qualitätssicherung etabliert, zu der auch die Einrichtung von humanen Endpunkten zählt. Dabei handelt es sich um klinische Parameter, die Aufschluss über die Belastung der Versuchstiere geben. Durch die Anwendung von humanen Endpunkten können wir die Belastung der Versuchstiere maßgeblich reduzieren, indem wir den Versuch bereits bei geringer oder mäßiger Belastung beenden. Außerdem erlaubt der Einsatz moderner Bildgebungsverfahren, wie z. B. die kombinierte Positronenemmissionstomographie/Computertomographie und der Einsatz von biolumineszenten Reporterstämmen, eine drastische Reduktion der Tierzahl in der Infektionsforschung. Zusätzlich zu den internen Kontrollen erfolgt regelmäßig eine externe Qualitätssicherung durch die zuständige Überwachsungsbehörde.

Computertomographie bei einer Maus

Alle Tiere werden zum Versuchsende tierschutzgerecht eingeschläfert und postmortal untersucht. Dabei gewinnen wir Proben verschiedener Organe, die wir für umfangreiche Anschlussuntersuchungen verwenden. Hierzu zählen bspw. histologische Untersuchungen, die Quantifizierung der Keimlast, die Analyse der Immunreaktion mittels Durchflusszytometrie und ELISA sowie Transkriptionsanalysen. Organe oder Probenmaterial, die wir nicht direkt für den Versuch analysieren, werden archiviert und Kooperationspartnern zur Verfügung gestellt – dies reduziert die Anzahl der Tierversuche zusätzlich.

Über Tierversuche sprechen

Warum brauchen wir Tierversuche?

Erforschung von Pilzinfektionen