Virulenz von Aspergillus fumigatus und Wirt-Pathogen-Interaktionen

Innerhalb der letzten Jahrzehnte ist, insbesondere durch die Zunahme der Zahl immunsupprimierter Patienten, ein rasanter Anstieg systemischer Pilzinfektionen zu verzeichnen. Mehr als 90 % der durch Aspergillen verursachten invasiven Mykosen lassen sich auf eine Infektion mit Aspergillus fumigatus zurückführen. Die Abteilung MAM konzentriert sich auf zwei Aspekte: (1) die Identifizierung von Virulenzdeterminanten des Pilzes und (2) die Aufklärung der Interaktion zwischen A. fumigatus und dem Immunsystem, insbesondere neutrophilen Granulozyten, Makrophagen, Epithel- und T-Zellen. Von besonderer Bedeutung sind Immunevasionsmechanismen, wie die Fähigkeit des Pilzes, sich mit Hilfe seines Oberflächenhydrophobins vor der Erkennung durch Immunzellen zu schützen oder mit Hilfe seiner Oberflächen-DHN-Melaninschicht die intrazelluläre Prozessierung von Sporen (Konidien) zu beeinflussen. Dies geschieht z.B. über die Inhibition der Acidifizierung von Phagolysosomen oder der Inhibition der Apoptose. Von besonderer Bedeutung für die Pathogenität sind neben DHN-Melanin weitere Sekundärmetabolite, wie Gliotoxin, die von A. fumigatus gebildet werden.

Projekte

  • Interaktion von A. fumigatus mit neutrophilen Granulozyten
  • Interaktion von A. fumigatus mit Makrophagen: Die Rolle von DHN-Melanin bei der Immunevasion
  • Biosynthese und Regulation von virulenz-assoziierten Sekundärmetaboliten, z. B. Gliotoxin und Fumipyrrol
  • Funktion und Einfluss von pilzlichen Signaltransduktionswegen, einschließlich von G-Protein gekoppelten Rezeptoren, auf die Virulenz
  • Virulenzstudien von A. fumigatus Mutanten und Testung neuer Wirkstoffkandidaten in einem Mausmodell der pulmonalen Aspergillose.