NRZMyk informiert über Pilzkeratitis

Wissenschaftler des NRZMyk informieren im Rahmen der Kontaktlinsenwoche über die Gefahren durch Pilzkeratitis

Kontaktlinsen können eine Quelle für Infektionen des Auges sein – insbesondere, wenn sie unsachgemäß verwendet werden oder es an der Hygiene mangelt. Besonders gefährlich ist die Pilzkeratitis, bei der Schimmelpilze die Hornhaut angreifen. Deutsche und amerikanische Wissenschaftler erforschen die Ursachen und Möglichkeiten der Therapie. Die Mediziner der amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) starten jetzt im Rahmen der Kontaktlinsenwoche eine Informationskampagne. Das Nationale Referenzzentrum für Invasive Pilzinfektionen unterstützt diese Kampagne.

Mehr als drei Millionen Erwachsene in Deutschland tragen nach Zahlen des Instituts für Demoskopie Allensbach Kontaktlinsen. Den wenigsten davon ist bewusst, dass bei falschem Umgang und mangelnder Hygiene ein hohes Risiko für Infektionen der Hornhaut (Keratitis) und andere Komplikationen besteht. Aus diesem Grund informieren die amerikanischen CDC im Rahmen der Contact Lens Health Week vom 22. bis 26. August in den USA über den richtigen Umgang mit Kontaktlinsen.

Das Nationale Referenzzentrum für Invasive Pilzinfektionen NRZMyk unterstützt diese Kampagne. Die Wissenschaftler des NRZMyk erforschen die Erreger und beraten Ärzte zur Therapie. Daten des NRZMyk zeigen, dass auch in Deutschland Bedarf für weitere Forschungsarbeiten und bessere Information von Kontaktlinsenträgern und Ärzten besteht. Allein am NRZMyk wurden in den letzten 12 Monaten in 30 Fällen von kontaktlinsenassoziierter Keratitis Schimmelpilze nachgewiesen. Die Pilzkeratitis ist eine besonders schwerwiegende Form der Hornhautentzündung. Sie tritt vor allem bei Kontaktlinsenträgern - insbesondere bei der Verwendung von sogenannten weichen Kontaktlinsen. Patienten bemerken eine Keratitis meist durch eine starke Rötung des Auges, teils erhebliche Schmerzen und eine Sehverschlechterung. Eine kontaktlinsenassoziierte Keratitis sollte immer ernstgenommen werden und umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden. Experten des NRZMyk warnen dabei insbesondere vor der Pilzkeratitis. Bislang liegen keine Infektionszahlen für Deutschland vor.Die Experten des NRZMyk haben daher gemeinsam mit der Augenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf ein nationales Register für Pilzkeratitiden eingerichtet (www.pilzkeratitis.de). Ziel ist es, künftig bessere Empfehlungen zur Vermeidung solcher Infektionen und zu ihrer Behandlung geben zu können.

Die beteiligten Ärzte sind sich einig, dass dringend mehr Informationen zu diesen gefährlichen und schlecht zu behandelnden Infektionen benötigt werden. Daher unterstützt das Nationale Referenzzentrum die Kampagne der amerikanischen CDC, die dieses Jahr unter dem Motto “Healthy habits mean healthy eyes” (zu deutsch etwa: „gesunde Gewohnheiten sorgen für gesunde Augen“) steht. Dieses Motto gilt nach Überzeugung der Experten vom NRZMyk ganz besonders auch für die Pilzkeratitis: „Nach allem was wir wissen, kann durch eine konsequente Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit Kontaktlinsen und Spülflüssigkeit das Infektionsrisiko für Kontaktlinsenträger erheblich gesenkt werden – und das ist gerade bei Pilzinfektionen wegen der oft dramatischen Folgen für die Patienten ungeheuer wichtig“

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